Naturheilpraxis Klingner und Küper

Dr.rer.nat Bettina Klingner, Heilpraktikerin - Dr.rer.nat. Arnd Küper, Heilpraktiker
 

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An  dieser Stelle informieren wir Sie in regelmässigen Abständen über Interessantes und Wissenswertes aus der Naturheilkunde, der Psychotherapie und unserer Praxis. Wir halten diese Rubrik aktuell, also schauen Sie mal wieder rein!

 


 

Interessantes und Wissenswertes


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21.04.2017

Burn Out - eine alte Geschichte

Burn Out ist eine organisch-seelische Erkrankung, die sich meist unbemerkt und schleichend entwickelt. Wenn die Anzeichen rechtzeitig erkannt werden, ist ein Gegensteuern leicht möglich, aber leider werden diese von den Betroffenen lange Zeit ignoriert.
Wenn sich der Burn Out erst einmal manifestiert hat, helfen Krankenhaus und Psychotherapie, allerdings dauert die Behandlung meist mehrere Monate und die Betroffenen finden nur langsam zu einem normalen Leben zurück.
Burn Out ist keine Lappalie, sondern im Endstadium eine behandlungsbedürftige Krankheit.

Der Weg in den Burn-Out
Der Grund für das Entstehen von Burn-Out führt uns zurück zu den Anfängen der Menschwerdung. Bei plötzlichen Angriffen von Feinden und Raubtieren muss ein Lebewesen blitzartig reagieren, um überleben zu können. Deshalb werden bei Stress die sog. Stresshormone (Cortison, Noradrenalin, Adrenalin) ausgeschüttet, die den Körper in Kampfbereitschaft versetzen und auf die Flucht vorbereiten.
Die Ausschüttung der Stresshormone führt u.a. zu :
- steigendem Blutdruck (damit die Muskeln besser durchblutet werden)
- steigenden Konzentrationen an Blutzucker, -Fetten, Gerinnungsfaktoren
- steigender Magensäureproduktion
- reduziertem Immunsystem

Unsere frühen Vorfahren waren nur selten solchen plötzlichen Angriffen ausgesetzt, deshalb konnte der Körper nach einer erfolgten Stressreaktion die Stresshormone in Ruhe wieder abbauen. In der heutigen Zeit befinden sich viele Menschen aber in einer Dauerstress-Situation, in der zwar nicht mit einem körperlichen Angriff zu rechnen ist, dem Körper jedoch ein solcher vorgegaukelt wird durch dauernde Anspannung und Überlastung in Beruf oder Familie. Als Ergebnis schüttet der Körper dauerhaft Stresshormone aus.
Dauerhaft hohe Konzentration der Stresshormone im Gehirn führen wiederum zu einer Veränderung der Konzentration verschiedener Neurotransmitter (Botenstoffe) im Gehirn. Chronischer Stress und das Gefühl von Kontrollverlust führen damit langfristig zu einem ernsten körperlichen und seelischen Erschöpfungszustand.
Daraus können Erkrankungen resultieren wie z.B. wiederkehrende Infektionen, Herzinfarkt/Angina Pectoris, Hautkrankheiten, Schwitzen, Zittern, Migräne, Tinnitus, trockener Mund, Herzrasen, Magengeschwür, Reizdarm, -blase, Asthma, Allergien, hoher Blutdruck, Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Leistungsknick, Angst, Depressionen

Ein Burn Out verläuft typischerweise in mehreren Phasen. Zuerst (z.B. bei Antritt einer neuen Arbeit oder bei Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt) kommt es zu einer euphorischen Stimmung, in der man sich belastbar und fit fühlt und man seinen Körper über die Belastungsgrenze hinaus zu andauernden Höchstleistungen bringt. Diese Phase kann lange andauern, Warnsignale wie Schlafstörungen, Reizbarkeit, Vernachlässigung sozialer Kontakte o.ä. werden freudig ignoriert. Danach folgt eine Phase der Ernüchterung und inneren Rückzugs, z.B. wenn die erhoffte Anerkennung oder der erhoffte Erfolg sich nicht einstellen. Und am Ende steht die handfeste körperliche und seelischen Krankheit. An dieser Stelle brauchen die Patienten professionelle Hilfe.

Was kann ich tun?

Um es nicht soweit kommen zu lassen ist es wichtig, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören und die Anzeichen der Erschöpfung rechtzeitig wahrzunehmen. Dabei ist es hilfreich, mit den Menschen, denen man etwas bedeutet, zu reden und darauf hinzuweisen, dass man an seine Belastungsgrenze gelangt ist.
Gespräche mit Lebensgefährten und Kollegen/Vorgesetzten sind wichtig, aber oft schwer umzusetzen. Notfalls kann man sich an eine neutrale Stelle wenden, um sich Hilfe für diesen wichtigen Schritt zu holen. Hier kann man lernen
- sich Zeit für sich selbst nehmen
- selbst Verbesserungsvorschläge zu machen
- „Nein“ sagen zu lernen
- Stressfaktoren wie z.B. ständige Erreichbarkeit zu erkennen und zu reduzieren/zu vermeiden.

Daneben helfen regelmäßige Entlastung und im Urlaub, am Feierabend, am Wochenende wieder Zeit für sich selbst zu finden.Regelmäßige Bewegung (das muss kein Leistungssport sein) baut Stresshormone ab, sich unter Menschen begeben (ohne für deren Bedürfnisse da zu sein) zeigt, dass es ein Leben neben der Arbeit oder der Familie gibt. Und ganz wichtig ist es, sich selbst zu belohnen.
Bei der Arbeit hilft es, Pausen zu machen (schon 90 sek sind ok, dann aber regelmäßig). Parallelbelastungen (indem man zuviele Projekte gleichzeitig angeht) sollte man reduzieren oder besser ganz vermeiden. Stattdessen ist es besser, bei der Arbeit Prioritäten zu setzen und „Nein“ sagen zu lernen.

Burn-Out ist eine hinterlistige körperliche und seelische Erkrankung, die es rechtzeitig zu erkennen gilt. Ansonsten droht völlige Erschöpfung, die am Ende nur noch im Krankenhaus behandelt werden kann.



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